Balkone von Piero della Francesca – San Leo

Die Landschaften, die den Maler der Renaissance inspirierten, befinden sich versteckt in den Hügeln von Montefeltro. So lautet die These einiger Gelehrten, die die Inspirationslandschaften von Piero della Francesca wiedererkannt haben.

Route von San Leo

  • Battista Sforza (aus dem „Diptychon der Herzogen” – Florenz, Uffizien)

Der Fluchtpunkt der Darstellung, aus der Vogelperspektive, befindet sich auf dem Felsen Pietracuta, nicht weit entfernt von San Leo. Battista war besonders an diesen Ort gebunden, da sie 1462 aufgrund eines plötzlich eintretenden Winters in der Burg oberhalb des Felsen Aufenthalt nahm. Piero hätte keinen geeigneteren Ort wählen können als Hintergrund für die Herzogin. Vom Felsen aus umfasst Piero ein weitläufiges Gebiet, das vom Fluss Marecchia aufwärts bis zu den Gipfeln der Toskana langsam abtönt. Von der Flussebene erscheint eine Landschaft voller Zinnen, felsiger Gipfel, splittrigem Lehm, spitzer Gipfel, die einst kahl und mit Burgen und Zinnentürmen erschienen, so unterschiedlich zu dem sanften Gebiet des gleichermaßen wundervollen Urbino. Wenn man heute das Luftbild der neuen Studie unter die Lupe nimmt und es mit dem Hintergrund des Malers vergleicht, sind die Übereinstimmungen durchaus überraschend. Der heute in Monte Gregorio eingerichtete Balkon stimmt eigentlich nicht mit dem ursprünglichen Balkon in San Leo überein. Man hat einen anderen Punkt auswählen müssen, nicht weit entfernt von Pietracuta, der durch die Höhe eine weite Sicht ermöglichte.

  • Der Heilige Hieronymus mit einem Stifter (Venedig, Galleria dell’Accademia).

Im Hintergrund des Werkes des hl. Hieronymus mit einem Stifter öffnet sich jetzt ein anderes Bild des Gebietes Valmarecchia. Es handelt sich um eine hügeligere Landschaft, die vom Monte Ceti bis Montebello zur Adria hin abfärbt. Vor der hügeligen Landschaft liegt eine befestigte Ortschaft. Es handelt sich um das Modell einer befestigten Ortschaft, wahrscheinlich Sansepolcro, Geburtsort von Piero, die der Maler oft als Hintergrund verwendete.

Der Fluchtpunkt befindet sich wie im Werk der Battista auf dem Bergrücken des Monte Gregorio. Anders als bei den drei Hintergründen des Diptychons, setzt der Maler keine Luftperspektive sondern eine Panoramaperspektive ein.

Während der Hintergrund bei Battista ins Gebiet Altamarecchia und Toskana aufsteigt, färbt der des hl. Hieronymus hinunter zur Adria ab. Man kann wohl sagen, dass beide Hintergründe zusammen das ganze Valmarecchia Gebiet ergeben.